Finger weg von Flash!
Ungefähr einmal die Woche werde ich von Kunden, die ein Angebot zur Suchmaschinenoptimierung wollen, zu der immer gleichen Litanei gezwungen: Entweder SEO oder Flash. Beides zugleich geht nicht!
Mit Flash lassen sich zum Teil sehr schön anzuschauende Animationen erstellen. Die immer größere Verbreitung von DSL hat dafür gesorgt, dass auf Ladezeiten kaum noch Rücksicht genommen werden muss. Warum also nicht eine lebendige, optisch anspruchsvolle Seite?
Drei Gründe sprechen gegen Flash:
1. Suchmaschinen können kein Flash
Es ist bis auf weiteres so, dass die Robots von Google, Yahoo & Co. keine Inhalte auslesen können, die mit Flash programmiert wurden. Für Flashseiten ist Google blind. Der Text, den menschliche Augen lesen, ist aus Suchmaschinensicht kein Text. Daher sind auch die Keywords unsichtbar. Links können zwar von Menschen gesehen und geklickt werden, der Robot erkennt sie jedoch nicht. So kommt es, dass oftmals von Flashseiten kaum mehr als die Startseite in den Index gelangt. Am schlimmsten wird es, wenn ein animiertes Intro geschaltet ist. Dann schafft es der Robot womöglich nicht einmal bis zur Startseite. Kurzum: Flashseiten können eigentlich gar nicht mit Suchmaschinen gefunden werden. Dass es zuweilen trotzdem klappt, liegt gewöhnlich an den Metatags, nicht den Inhalten.
2. Eine Webseite ist keine Vernissage
Es mag Geschmacksfrage sein – ich finde jedenfalls, Internetseiten sollen informieren und benutzbar sein. Für Kunst sind Galerien zuständig. Flash ist für Kunst gut geeignet, zugegeben. Für Webseiten aber ist HTML da. Bieten Sie Ihren Nutzern Informationen, denn dafür sind sie im Internet unterwegs – für visuelle Reize können sie den Fernseher anmachen.
3. Flash ist ein Usability-Killer
Nicht jeder Internetnutzer hat den Flash-Plugin installiert. Ohne Plugin wird dieser Nutzer auf einer Flash-Seite nichts sehen als den Hinweis, dass ihm der Plugin fehlt. Mal ehrlich – wer lädt sich schon einen Plugin herunter, nur um eine spezielle Seite anzuschauen? Der typische Internetnutzer klickt sich einfach zu einem Alternativangebot weiter. Und am Rande sei noch erwähnt, dass Flash alles andere als barrierefrei ist.
Daher kann man unter SEO-Gesichtspunkten nur vom Einsatz von Flash abraten. Wem egal ist, ob seine Seite bei Google gefunden wir, der darf natürlich seinem künstlerischen Anspruch freien Lauf lassen…
4 Kommentare to “Finger weg von Flash!”
Ihre Meinung

















Hi, alles gute Argumente. Aber nur für Webseiten, die auch Content zu bieten haben. Heutzutage muss jedes noch so kleine Unternehmen online vertreten sein. Restaurants z.B. Für diese Unternehmen ist es am Wichtigsten, eine Stimmung und Atmosphäre zu kommunizieren. Webseiten sind Werbung. Und Flash kommuniziert wesentlich effektiver als HTML bzw. PHP. Sebstverständlich macht Flash keinen Sinn, wenn man die Navigation nicht mehr versteht o.ä. Aber wenn man seinen Kunden einen lebendiger und anspruchsvoller wirkenden Eindruck vermitteln möchte, ist Flash die bessere Lösung. Ist wenig Inhalt vorhanden, schneidet eine übersichtliche Flash-Seite in der Marktforschung um Längen besser ab, als HTML-Seiten.
Teilweise einverstanden, aber was ist die Ausnahme von der uralten These der Suchmaschinen-Optimierer: Google mag kein Flash. Was ist mit den menschlichen Benutzern? Menschen mögen Kunst, Fernsehen und vor allem interaktive Anwendungen. Das alles werden sie auch im Internet suchen und dann auf Flash-Seiten finden. Die Frage lautet also, wann Flash einsetzen und wann nicht. Und das wird man wohl nur am konkreten Beispiel einer Webseite klären können.
kein Flashfreund – kein Flashfeind
Natürlich lebt eine Web Site auch von visuellen Reitzen. Alles andere wäre Unsinn.
Vielen Dank für die Kommentare – ich finde diese Debatte sehr spannend. Nun, der Beitrag war pur aus SEO-Sicht verfasst. Andere Kriterien MÖGEN für den Einsatz von Flash sprechen. Ich bin zugegebenermaßen skeptisch und dehne meine Argumente einfach mal aus:
4. Mit Flash wird von verspielten und selbstverliebten Webdesignern, die sich um Usability und Suchmaschinen einen Dreck kümmern, viel Unfug getrieben. Das betrifft (nach meinem Gefühl) ca 80 Prozent des Flasheinsatzes auf Webseiten.
5. Die meisten Sachen, für die Flash immer noch bevorzugt eingesetzt wird, lassen sich mittlerweile mit html und Javascript ebenso erzeugen, und zwar meist einfacher, billiger und – das Beste – so, dass Suchmaschinenrobots es verstehen.
Nichts gegen visuelle Reize – Webdesign soll ja wirklich “Design” sein und auch optisch ansprechen – aber der typische Internetnutzer ist ungeduldig und will vor allem bedient, nicht unterhalten werden. Webdesign hat – meine Meinung – als Unterstützung der Nutzwertigkeit einer Seite zu dienen und wichtiges hervorzuheben. Selbstzweck ist es nicht.