Finger weg von Flash!5. Juni 2009
Ungefähr einmal die Woche werde ich von Kunden, die ein Angebot zur Suchmaschinenoptimierung wollen, zu der immer gleichen Litanei gezwungen: Entweder SEO oder Flash. Beides zugleich geht nicht!
Mit Flash lassen sich zum Teil sehr schön anzuschauende Animationen erstellen. Die immer größere Verbreitung von DSL hat dafür gesorgt, dass auf Ladezeiten kaum noch Rücksicht genommen werden muss. Warum also nicht eine lebendige, optisch anspruchsvolle Seite?
Drei Gründe sprechen gegen Flash:
1. Suchmaschinen können kein Flash
Es ist bis auf weiteres so, dass die Robots von Google, Yahoo & Co. keine Inhalte auslesen können, die mit Flash programmiert wurden. Für Flashseiten ist Google blind. Der Text, den menschliche Augen lesen, ist aus Suchmaschinensicht kein Text. Daher sind auch die Keywords unsichtbar. Links können zwar von Menschen gesehen und geklickt werden, der Robot erkennt sie jedoch nicht. So kommt es, dass oftmals von Flashseiten kaum mehr als die Startseite in den Index gelangt. Am schlimmsten wird es, wenn ein animiertes Intro geschaltet ist. Dann schafft es der Robot womöglich nicht einmal bis zur Startseite. Kurzum: Flashseiten können eigentlich gar nicht mit Suchmaschinen gefunden werden. Dass es zuweilen trotzdem klappt, liegt gewöhnlich an den Metatags, nicht den Inhalten.
2. Eine Webseite ist keine Vernissage
Es mag Geschmacksfrage sein – ich finde jedenfalls, Internetseiten sollen informieren und benutzbar sein. Für Kunst sind Galerien zuständig. Flash ist für Kunst gut geeignet, zugegeben. Für Webseiten aber ist HTML da. Bieten Sie Ihren Nutzern Informationen, denn dafür sind sie im Internet unterwegs – für visuelle Reize können sie den Fernseher anmachen.
3. Flash ist ein Usability-Killer
Nicht jeder Internetnutzer hat den Flash-Plugin installiert. Ohne Plugin wird dieser Nutzer auf einer Flash-Seite nichts sehen als den Hinweis, dass ihm der Plugin fehlt. Mal ehrlich – wer lädt sich schon einen Plugin herunter, nur um eine spezielle Seite anzuschauen? Der typische Internetnutzer klickt sich einfach zu einem Alternativangebot weiter. Und am Rande sei noch erwähnt, dass Flash alles andere als barrierefrei ist.
Daher kann man unter SEO-Gesichtspunkten nur vom Einsatz von Flash abraten. Wem egal ist, ob seine Seite bei Google gefunden wir, der darf natürlich seinem künstlerischen Anspruch freien Lauf lassen…


